Multiple Sklerose und andere entzündliche ZNS-Erkrankungen

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark). Ursache ist ein Autoimmunprozess gegen Bestandteile der Nervenscheiden, gegen Myelin. Die Myelinscheiden „isolieren“ die Nervenfasern (Axone) und sorgen für eine schnelle Weiterleitung der Nervenimpulse. Durch den Immunprozess bilden sich im zentralen Nervensystem sogenannte „Plaques“. 

Die Kernspintomographie ist die genaueste Methode, die typischen Plaques in Gehirn und Rückenmark nachzuweisen. Aus diesem Grund wird sie zur Diagnose und Verlaufskontrolle der MS eingesetzt. Für die Diagnose spielen daneben auch bestimmte Befunde im Nervenwasser eine Rolle (sogenannte oligoklonale Banden im Liquor).

Neben der multiplen Sklerose existiert noch eine Reihe weiterer entzündlicher Erkrankungen des zentralen Nervensystems, für deren Diagnose die Kernspintomographie die optimale bildgebende Methode ist. Dazu gehören neben viralen Erkrankungen wie Herpes- oder Cytomegalievirus-Encephalitis auch bakterielle Infektionen wie Abszesse oder Borreliose.

Aufgrund der im Vergleich zu anderen bildgebenden Verfahren (wie der Computertomographie) überlegenen Darstellungsmöglichkeiten ist die Kernspintomographie die Methode der Wahl für die Bildgebung des Gehirns und des Rückenmarks.

Das Bild zeigt die entzündlichen Plaques am Rande der Hirnventrikel (Pfeile).

zuletzt geändert am: 02.08.2018

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